"Eine sehr wichtige Lektion habe ich in meinem Leben gelernt: In jedem Konflikt kommt ein Punkt, an welchem keine Seite mehr für sich in Anspruch nehmen kann, Recht zu haben."

Nelson Mandela

Ablauf

Die Mediation ist ein stark strukturiertes Verfahren, welches durch seine klare Gliederung eine Leitlinie für die Erarbeitung einer guten Lösung darstellt. Das Verfahren wird in folgende Schritte unterteilt:


Vorbereitung, Auftragsklärung und Vertrag
Themensammlung
Klärung der Interessen und Bedürfnisse hinter den Themen
Kreative Ideensuche / Lösungsoptionen
Bewertung der Möglichkeiten und Auswahl der Lösung
Fixieren der Lösung in einer Vereinbarung - Memorandum


Im Erstgespräch geht es um das Kennenlernen von Mediator und Parteien. Der Gegenstand des Konflikts wird kurz angesprochen ohne jedoch in die Tiefe zu gehen.  Der Mediator stellt das Verfahren vor und erläutert die wichtigsten Grundregeln: Vertraulichkeit, Selbstbestimmtheit, Freiwilligkeit als auch Neutralität bzw. Allparteilichkeit des Mediators. Diese Regeln für die Parteien und den Mediator werden zusammen mit einer Vergütungsvereinbarung in einem Mediationsvertrag festgehalten. 

Nach Abschließen des Vertrages beginnt die eigentliche Arbeit am Konflikt.

Beide Parteien nennen die Themen, die sie in der Mediation behandelt wissen möchten. 


In der nächsten Stufe geht es darum, welche Interessen und Bedürfnisse die Parteien im Zusammenhang mit den einzelnen Themen haben.  Es ist festzustellen, dass die Parteien sich bisweilen erst bei der Erarbeitung dieses Schrittes Gedanken über ihre Bedürfnislage machen. Auch dies ist jedoch ein wichtiger Teil der Konfliktbewältigung.

Mit dem Erarbeiten der Lösungsoptionen beginnt der "kreative" Teil des Mediationsverfahrens. Die Parteien dürfen hier ihrer Fantasie freien Lauf lassen und alle Lösungsoptionen nennen, die ihnen gerade einfallen, auch wenn sie offensichtlich nicht realisierbar sind (brainstorming).

Beim Erarbeiten der Lösung aus den Lösungsoptionen ist noch einmal volles Engagement gefragt, denn die Suche nach einer Lösung, die den Interessen beider Parteien entgegen kommt, verlangt in der Regel von den Parteien auch das Eingehen von Kompromissen und vorallem ein Verständnis für die Bedürfnisse des Anderen.

So gewünscht, wird die Lösung dann in einer schriftlichen Vereinbarung fixiert. Sollten zur Wirksamkeit weitere Formerfordernisse bestehen, erfolgt Hinweis darauf und wird das weitere nötige Vorgehen mit erörtert.